Courrier / Communications

Dank an Kollege Mégroz

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2020.18837
Date de publication: 08.04.2020
Bull Med Suisses. 2020;101(1516):538

Dr. med. Peter Meyer, Uitikon-Waldegg

Dank an Kollege Mégroz

Brief zu: Mégroz R. Eisentherapie: Es geht um Grundsätzliches in unserer Wissenschaft. Schweiz Ärzteztg. 2020;101(12):420.

Vielen Dank an Kollege Mégroz für seine re­lativierenden und notwendigen Differenzierungen zu den Eisen-Phobikern. Die genannte «Verlogenheit» gewisser Studien kann humaner und etwas sanfter auch als «Irrtum/Fehler/Bias» benannt werden. Sie führen ja einige Studienbeispiele an, die tatsächlich zu denken geben sollten. Gerne mache ich aber einen sehr deutlichen Unterschied zwischen einem echten Materialmangel (hier der Mikronährstoffmangel an Eisen) für das grundsätzliche Funktionieren eines Körpers und höhermolekularer/spezifischerer Materialien wie eben Antibiotika, Impfen, Antidepressiva, um bei Ihren Beispielen zu bleiben. Vergleichsweise bei einem Hausbau wäre dem Eisenmangel das Fehlen von Fensterscheiben zuzuschreiben, während dann im Bewohnen danach vielleicht die Heizung ein paar Tage ausfällt, was den Medikamentengebrauch versinnbildlicht. Wenn aber Fensterscheiben da sind (= genug Eisen), muss ich auch insgesamt weniger heizen. Nach weit über tausend behandelten Eisenmangel-Frauen darf ich auf eine wertvolle, eigene Erfahrung zurückgreifen, die man­gelnde oder fehlerhafte Studien gar nicht braucht. Die beobachteten, durchschlagend multi­plen Symptomverbesserungen der betroffenen Frauen in über 80% brauchen ebenfalls keine Studien, sondern nur unvoreingenommene, neugierige Beobachtung/Beachtung ohne Vorurteile. Wenn die WHO (eine dieser Eisen-Phobiker und wie wir wissen auch nicht unfehlbar …) von den Frauen fordert, dass es ihnen ab einem Ferritinwert von 16 Nanogramm/ml gefälligst wohl zu sein habe (= Symptom­freiheit), dann ist das grober und grotesker Machtmissbrauch und eine schallende Dauer-Ohrfeige an alle Frauen, die so dankbar von dieser überlebensnotwendigen Grundver­sorgung zu Recht profitieren konnten. Wieso erwächst ­einer solch fast bei­spiellosen medizinischen Win-win-Situation (ja, auch die Krankenkassen profitieren von weniger Spezialistenbesuchen der geplagten Frauen) eine derart abartige Opposition? Weil vielleicht die ganze Gesellschaft noch kränker ist als die Eisenmangel-Frauen?

Ich habe im Übrigen in den letzten 6 Jahren keinen Vergünstigungs-Rappen von Vifor angefordert oder bekommen, nicht mal einen Kugelschreiber, habe mich also von Vifor nicht kaufen lassen, wie Sie fälschlicherweise vermuten. Wenn Sie nach tausend erfolgreichen Therapien so viele Heilerfolge sehen durften, läuft auch der Vorwurf des autistischen Denkens völlig ins Leere, das hat garantiert nichts mehr mit Placebo zu tun.

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