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Courrier / Communications

Kassendeckung für die Eisentherapie muss erhalten bleiben

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2019.17800
Date de publication: 24.04.2019
Bull Med Suisses. 2019;100(1718):610

Dr. med. Beat Schaub, Präsident SIHO

Dr. med. Bruno Büchel, Vizepräsident SIHO

Kassendeckung für die Eisentherapie muss erhalten bleiben

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Die Swiss Iron Health Organisation SIHO hält fest, dass es keinen wissenschaftlich erwiesenen Grund dafür gibt, dass der Zellmetabolismus der weiblichen Zelle weniger Eisen benötigen würde als derjenige der männlichen. Wegen ihrer Menstruation haben Frauen aber achtmal weniger Eisen an Bord als Männer. Es ist unwissenschaftlich, wenn man deshalb die sogenannten Ferritin-Normalwerte für Frauen einfach nach unten nivelliert, ohne nach weiteren Zusammenhängen zu fragen. Ihr Ferritinwert liegt meist unter 50 ng/ml, während dieser bei Männern zwischen 100 und 200 ng/ml liegt. Deshalb leiden vor allem Frauen an Eisenmangel und nicht die Männer.

Die Natur hat die Menstruation ausgerechnet beim Menschen eingeführt. Deshalb verlieren die Frauen im Taktstock des Mondes regelmässig Schleimhaut, Blut und Eisen. Während der Körper die Schleimhaut und das Blut wieder bilden kann, ist das ausgeschiedene ­Eisen für immer verloren und sollte wieder über die Ernährung aufgenommen werden. Leider ist die intestinale Aufnahme von Eisen gering, so dass es vielen Frauen irgendwann einmal zu fehlen beginnt. Dann nämlich, wenn Mangelsymptome entstehen wie Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen, An­triebslosigkeit bis zu depressiver Verstimmung, Schwindel, Schlafstörungen, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen oder Haarausfall. Sie leiden dann an einem Eisenmangelsyndrom – dem Frühstadium von Eisenmangel. Wenn sie dann ihr fehlendes Eisen nicht zurückerhalten, kann eine Blutarmut entstehen (Spätstadium von Eisenmangel).

Sobald solche Frühwarnsymptome von Eisenmangel erscheinen, brauchen Eisenmangelfrauen ihr fehlendes Eisen zurück. Die meisten werden dadurch gesund. Es ist weitherum bekannt, dass die orale Eisensubstitution nicht nur sehr lange Zeit in Anspruch nimmt – falls sie überhaupt gelingt –, sondern auch oft mit mehreren unangenehmen Nebenwirkungen behaftet ist. Im Gegensatz dazu steht mit der Infusionstherapie eine schnelle und wirksame Therapie zur Verfügung. Die Schweizer Krankenkassen bezahlen diesen intravenösen Eisenausgleich, weil er die Kriterien für Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllt (WZW-Kriterien). Sie haben rea­lisiert, dass die Menstruation die häufigste Ursache ist für den weiblichen Eisenmangel. Sie haben auch realisiert, dass es durch den ­Eisenausgleich gesündere Frauen für geringere Kosten gibt. Unnötige und teure Abklärungen, falsche Behandlungen oder sogar falsche Psychiatrisierungen können mit einer erfolgreichen Eisentherapie vermieden werden.

Trotzdem beabsichtigt der Bundesrat vielleicht noch in diesem Jahr, die Kassendeckung dieser notwendigen Grundversorgung für Frauen eventuell massiv einzuschränken – obwohl viele dabei krank sind. Weshalb hat die Schweizer Regierung eine derart frauenfeindliche Absicht?

Die Swiss Iron Health Organisation und die Schweizer Eisenliga wehren sich gegen eine Diskriminierung von Eisenmangelfrauen. Sie fordern, dass die seit über zwanzig Jahren ­übliche Kassendeckung für die Eisentherapie erhalten bleibt. Der Bundesrat darf die notwendige und solidarische Kassendeckung nicht mit einem Diktat aufheben. Deshalb gehen wir am Samstag, 4. Mai, um 15 Uhr auf den Bundesplatz in Bern zur Eisendemonstration, die von der Schweizer Eisenliga durchgeführt wird.

Weitere Informationen unter:

www.eisendemonstration.ch

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