Courrier à la rédaction

Arbeitsmedizin bewirkt eine zweckmässige Prophylaxe

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2023.21417
Date de publication: 18.01.2023
Bull Med Suisses. 2023;103(03):19

Arbeitsmedizin bewirkt eine zweckmässige Prophylaxe

Der Arbeitgeber ist für das Wohl seiner Arbeiter verantwortlich. Das sollte prioritär für die wichtigen Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Bildungswesen gelten.

Die Arbeitsmedizin beginnt mit der Bildung in Schulen. Alle Personen müssen gemäss ihrer Bildung und Fertigkeiten (Eignung) eine Arbeit in einem Beruf (Angebot) suchen. Nicht jeder ist für jede Arbeit gleich geeignet. Eine Berufsberatung schützt vor Enttäuschungen einer Berufseignungsuntersuchung und einer voraussehbaren Berufskrankheit. Für Kranke, speziell mit einer Allergie, ist die medizinische Berufsberatung eine banale ärztliche Tätigkeit: aerobiologisch das Paradigma der Bauernkinder mit Pollenallergien [1]. Im Westen der Schweiz wurde für Kinder mit einer Allergie eine «Probelehre» empfohlen, hier ist dies eine massive Diskriminierung.

Arbeitsmedizinisch zeigten jedoch die Bauern die höchste altersstandardisierte Morbiditäts- und Mortalitätsrate [2]. Die Statistik berufsbedingter Zusammenhänge im Sozialversicherungswesen wurde schlechter (Hybris der EDV). In der Mortalitätsstatistik wird der Beruf nicht mehr eruiert. Die Berufsbezeichnung «Rentner» ist nichtssagend.

Zur Prävention haben Krankenkassen völlig andere WZW-Interessen (Managed Care, Prämienvergleiche, Generika). Die Wirtschaftlichkeit, berechnet nach toxischen Algorithmen, verstärken die finanziellen Risiken armer Bevölkerungsschichten (Kopfsteuer, Haftpflicht im EpG). Entsprechend nutzlos oder schädlich sind sie für eine langfristige soziale Gerechtigkeit. Die Bildung guter Landärzte ist teuer, Barfussärzte sind billiger, sofern erhältlich.

Arbeitsmedizinische Massnahmen bewirken langfristig eine zweckmässige Prophylaxe und reduzieren nutzloses Verschieben der Verantwortung (innerhalb diverser Krankenkassen, IV, Sozialämter der Kantone und Gemeinden).

Dr. med. Markus Gassner, Grabs

Literatur

1 Gassner M: Häufigkeit allergologischer Erkrankungen bei Schulkindern einer Landbevölkerung im Hinblick auf die Berufsberatung. Zbl Haut Geschlechtskrankheiten 1985;150:649.

2 Gassner M, Spuhler T: Warum sterben Bauern häufiger an Lungenkrankheiten? Schweiz Med Wochenschr 1995;125:667-675.

Verpassen Sie keinen Artikel!

close