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Horizons

Critiques de livres

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2022.20671
Date de publication: 15.06.2022
Bull Med Suisses. 2022;103(24):832-833

Dr. med. Eva Fröhli,

Kreuzlingen

Dr méd. Jean Martin,

membre de la rédaction

Eva Mell, Stellvertretende Chefredaktorin der Schweizerischen Ärztezeitung

Dr. med. Tina Thenisch,

Bern

Breitenstein 1981–2020

Adolf Jens Koemeda, Margit Komeda-Lutz, Felix Müller, Barbara Müller (Hrsg.)

Zürich: Edition 381; 2021

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Sachbuch

Im Jahr 1980 sollte das baufällige Schlösschen «Breitenstein» im Thurgau abgerissen werden. Der Kollege Adolf Jens Koemeda, Psychiater FMH, Sohn eines Denkmalpflegers aus Prag, ging auf die Barrikaden. Nach langen Verhandlungen kaufte er das historische Haus, renovierte und organisierte mit seiner Frau Margit erste Fortbildungskurse. So begannen die «Psychotherapiewochen Breitenstein», die bis zum Jahr 2000 regelmässig stattfanden. Die Teilnehmerzahl wuchs von anfänglichen 27 im Jahr 1981 bis über 200 in den 90er-Jahren. 1999 verband sich die Breitensteiner Tagung mit Fortbildungsange­boten der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Münsterlingen.

Die Breitensteiner Räume wurden so – neben den medizinischen – auch für andere Ver­anstaltungen frei. Zwischen 2001 und 2020 fanden zahlreiche Theaterabende, Lesungen und Vorträge im hauseigenen Kellertheater statt. Hier lasen – neben vielen anderen – die renommierten Schriftsteller Martin Walser, Hermann Burger und Peter Stamm gleich mehrmals aus ihren Büchern, die Schau­spieler Jaap Achterberg und Volker Ranisch traten regelmässig auf. Es wurden Vorträge gehalten von der Schauspielerin Ruth Maria Kubitscheck, der Psychologin Julia Onken, dem Kantonsarzt Erhard Taverna, dem Volkswirtschaftsprofessor Christoph Binswanger oder alt Bundesrat Moritz Leuenberger.

Das Buch fasst die Aktivitäten – ernst und ­humorvoll – in der Zeitspanne 1981 bis 2020 zusammen. Es beinhaltet zahlreiche Bild­dokumente und kann in Buchhandlungen oder direkt beim Verlag bestellt werden: info[at]ruefferundrub.ch oder Tel. 044 381 70 30. Preis: CHF 18.–

Pandémopolitique

Réinventer la santé en commun

Jean-Paul Gaudillière, Caroline Izambert, Pierre-André Juven

Paris: Ed. La Découverte, 2021, 301 pages

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Essai

Ces trois auteurs français ont à leur actif des travaux sur la vie des systèmes de soins. La saga du Covid et les questions scientifiques, éthiques et politiques qu’elle a suscitées les amènent à un large tour d’horizon des défis pour nos systèmes de santé. D’abord la persistance des inégalités: il n’est pas acceptable que notre société ne parvienne pas à ­répondre mieux aux besoins.

Durant la pandémie, on a beaucoup parlé de triage. Il convient de dédramatiser ce terme, sachant qu’il s’agit de l’usage optimal des ressources, qui sont toujours limitées. A noter l’importance d’une participation des usagers aux décisions concernant les objectifs et les stratégies du système.

La pandémie de COVID-19 a été dénommé «syndémie». Ce concept fait prendre toute la mesure des origines sociales de la maladie et de ses conséquences. Il faut à cet égard rappeler l’exemple cardinal de la tuberculose, dont William Osler parlait comme d’une «maladie sociale avec des aspects médicaux». La santé communautaire est en souffrance: «La pandémie de Covid-19 a remis à l’ordre du jour une discussion sur les besoins essentiels, pour imaginer un monde soutenable, tenant compte des effets anthropiques de nos actions», y compris le dérèglement climatique et la perte de la biodiversité. Il s’agit aussi de repenser la problématique des communs (bien communs publics mondiaux). 

Pour répondre aux besoins, il faut disposer de données crédibles sur des groupes différents. Les auteurs rappellent que beaucoup des difficultés de santé sont liées au racisme ordinaire et au sexisme; c’est dire que l’interdiction de principe en France des «statistiques ethniques» est un non-sens.

Die Anatomie der Zeit – Selbstmanagement für Ärzte

Alexander Ghanem

Bern: Hogrefe Verlag; 2022

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Ratgeber

Wir alle haben jeden Tag 24 Stunden zu unserer Verfügung. Nicht mehr und nicht weniger. Sie effektiv zu füllen oder wohlüberlegt auch einfach mal verstreichen zu lassen, ist eine Herausforderung. Vor allem für Ärztinnen und Ärzte, die sich nicht über zu wenig Arbeit beklagen können, aber gern auch ein paar ­erholsame Stunden für sich selbst oder mit der Familie in ihr Leben integrieren würden.

In seinem Buch Die Anatomie der Zeit beschreibt Prof. Dr. med. Alexander Ghanem, wie das Selbstmanagement gelingen kann. Mit rund 150 Seiten ist der Ratgeber dünn genug, damit man nicht zu viel Zeit zum Lesen aufwenden muss, und umfangreich genug, um einen guten Überblick über unterschied­liche Zeitplanungshilfen zu geben. Angereichert ist das Werk mit kurzweiligen Anek­doten aus dem Leben des Autors, mit denen Alexander Ghanem deutlich macht, wie wichtig es ist, eine ­Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu finden.

Übersichtlich und schnell lesbar wird es durch Infokästen, Zusammenfassungen und Auflistungen. Auch die klare Gliederung in kurze Kapitel trägt zur Übersichtlichkeit bei. Jeweils am Ende der Kapitel gibt es eine knappe Zusammenfassung. Dadurch wird die Lektüre effizient und es ist möglich, schnell zu den Kapiteln zu wechseln, die für die eigene Situation besonders relevant sind. Gut, dass der Autor gegen Ende seines Berufs­lebens die Zeit gefunden hat, diese Anleitung zu schreiben.

Planetary Health Klima, Umwelt und Gesundheit im Anthropozän

Claudia Traidl-Hoffmann, Christian Schulz, Martin Herrmann, Babette Simon (Hrsg.)

Berlin: MWV; 2021

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Sachbuch

Klimaschutz auch als Gesundheitsschutz zu begreifen eröffnet eine neue, grosszügige Perspektive auf die anthropogenen, also menschengemachten Veränderungen in unserer Umwelt. Die Auswirkungen drohen, die gros­sen Fortschritte in der globalen Gesundheit der letzten 20 Jahren elementar zu gefährden.

Die Autorinnen und Autoren dieses neuen ­Buches sind weitgehend Pioniere in ihrem Wirkungsfeld. Planetary Health ist eine aufstrebende Disziplin, das Konzept wird deshalb zu Beginn des Buches erarbeitet.

Die grundlegenden ökologischen Vorgänge werden mit dem aktuellen Zustand unserer Ökosysteme und einer Einordnung in Public Health, So­zioökonomie und Politik verbunden. Im Wei­teren nehmen die Auswirkungen der beeinträchtigten Ökosysteme auf die ­einzelnen Fachdisziplinen einen wichtigen Platz ein.

Von den Beitragenden werden die vorhan­denen Belege zusammengeführt, die für einige Fachgebiete gut untersucht und unmittelbar sind, für andere weniger klar belegt. Abschliessend wird die grösste Aufgabe, die Transformation vom Wissen zum Handeln, thematisiert und die Möglichkeiten der Einbettung in unseren klinischen Alltag. Ein dringendes Buch zu einem der wichtigsten Themen des 21. Jahrhunderts.

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