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Courrier / Communications

Es kündet selbst der Briefversand die Kunst mit Kopf, Herz und Hand

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2021.19952
Date de publication: 16.06.2021
Bull Med Suisses. 2021;102(24):810

Prof. em. Dr. med. Max Stäubli, Ebmatingen

Es kündet selbst der Briefversand die Kunst mit Kopf, Herz und Hand

Brief zu: Fasnacht K. Mit Kopf, Herz und Hand. 
Schweiz Ärzteztg. 2021;102(21):714–6.

Was unterschrieben, wird bezeugt

vom Zeichnenden, doch angezeigt

wird jetzt dies Wesen elektronisch

nur noch, wenn man so will, platonisch.

Ist’s weil, wer selber mich betreute,

zuletzt das Unterschreiben scheute?

Man fragt sich aus Verwunderung:

flieht jemand die Verantwortung?

Nein, mailt die Informatik schlüssig,

die Unterschrift sei überflüssig,

Maschineninformation

nur Arztes Zeitbudget verschon.

Hat wohl ein Mensch den Text gelesen?

Ist’s der Computer nur gewesen?

Wie kommt’s zu den grotesken Sätzen,

die provozieren das Entsetzen,

zu Fehlern, die zum Schmunzeln führen

den Bock, bei dem wir Frösteln spüren,

dem Medi-Plan, der wenn vollbracht,

uns vor den Richter hätt gebracht?

Gebt deshalb acht, Kolleg- und Innen,

Euch auf die Handschrift zu besinnen,

dass man nicht Euren Schriftzug stiehlt,

gebt acht, denn auf Euch selber zielt

so ein Manöver längerfristig,

weil’s Euch entmachtet hinterlistig

und Zug um Zug und scheinbar praktisch,

doch konsequent salamitaktisch

selbst bei der Facharzt-Kompetenz

durch fachlich fremde Konkurrenz.

Gebt acht, weil’s auf Euch selber zielt,

seid wach, dass Ihr den Stachel fühlt

und deshalb lasst Euch nicht verhüllen

die Handschrift und damit den Willen:

Etappenziele nur beim Stehlen

von engagierten Ärzteseelen.

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