Courrier / Communications

Weniger ist mehr

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2021.19872
Date de publication: 26.05.2021
Bull Med Suisses. 2021;102(21):689

Jakob Grieder, Mühlenberg

Weniger ist mehr

Brief zu: 
Sojer R. Was braucht ein nutzbringendes EPD aus Sicht der Ärztinnen und Ärzte? Schweiz Ärzteztg. 2021;102(18):597–600.

Danke den Verfassern für die konzise Zusammenfassung eines komplexen Themas. Nachdem ich mich selber über ein Jahrzehnt berufsbedingt mit dem Geburtsprozess des EPD auseinandergesetzt habe, kann ich vielleicht doch noch ein paar Prognosen zum Unge­borenen abgeben. Mittlerweile hat ja auch das Parlament nach einigen falsch ausgerechneten Geburtsterminen den Wehentropf angestellt, um die Geburt nun, koste es, was es wolle, einzuleiten.

Ich denke durchaus, dass sich das Kind mal dereinst zum nützlichen Helfer der Medizin entwickeln kann. Damit sich das EPD nicht zur Müllhalde ungezählter PDF-Dokumente entwickelt, ruht meine Hoffnung auf vernünftig eingesetzten Metadaten «was ist in dem Dokument enthalten», anhand derer die Hausärztin in Zeitnot dereinst die relevanten Daten herausfischen kann. Und was braucht der Notarzt? Eine aktuelle Medi­kamentenliste? Angaben zu Allergien? Oder den Zeitpunkt der letzten Tetanus-Impfung? Letzteres wäre ja auch im elektronischen Impfpass enthalten, wäre dieser nicht grad jüngst aus Datenschutzbedenken vorüber­gehend vom Netz genommen worden. Ein ­betagter Freund von mir war innerhalb zweier Jahre dreimal gegen Tetanus geimpft worden, nach jedem Stolpersturz halt. Auch mit strukturierten Laborübersichten könnte einiges an unnötigen Blutentnahmen eingespart werden. Denn: weniger ist oft mehr. Auch bei den Daten.

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