Courrier / Communications

Ärzteschaft mit ausländischem Diplom

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2021.19769
Date de publication: 21.04.2021
Bull Med Suisses. 2021;102(16):542

Dr. med. (H) Selim Sevinç, Wädenswil

Ärzteschaft mit ausländischem Diplom

Brief zu: Bosshard C. Medizinische Versorgungssicherheit beginnt bei den Fachkräften. Schweiz Ärzteztg. 2021;102(12):416.

Mit Freude habe ich über die Anerkennung Herrn Bosshards für die aus dem Ausland in die Schweiz kommende Ärzteschaft gelesen. Zugleich war ich bestürzt, dass etwa nur ein Drittel der in der Schweiz pro Jahr zugelassenen Ärztinnen und Ärzte tatsächlich auch an den hiesigen Universtäten ihr Abschluss­diplom erlangt haben sollen.

Auf der anderen Seite steht die Ärzteschaft mit ausländischem Diplom. Diese kommen zum grossen Teil nicht zuletzt in der Erwartung einer sehr guten Facharztausbildung in die Schweiz, aber auch eines Lebens in einem der schönsten Länder Europas mit einer bunten Gesellschaft und spannenden Geschichte sowie Kultur.

Umso enttäuschender steht dem entgegen, dass wir und als Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland mit den Kürzeln (H), (A), (SRB), (USA) oder als «Diplom Mediziner» gegenüber unseren Patientinnen und Patienten und anderen Kolleginnen und Kollegen «outen» und erklären müssen, auch wenn viele von uns im Rahmen dieses «Berufsdoktorats» genauso viel Arbeit in die Promotion investiert haben wie unsere deutschen oder Schweizer Kolleginnen und Kollegen.

Vorgeschrieben wird uns dieses Stigma von den Gesundheitsdirektionen der Kantone. Eine Abkehr der Behörden von dieser Form der Diskriminierung wäre als Zeichen der Wertschätzung seitens der Behörden wünschenswert.

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