Courrier / Communications

Ein Rettungsanker in sandigem Grund?

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2021.19557
Date de publication: 27.01.2021
Bull Med Suisses. 2021;102(04):124

Dr. med. Daniel F. Beutler, ­Facharzt ­Allgemeine Innere Medizin, Thun

Ein Rettungsanker in sandigem Grund?

Als Mediziner, der sich grundsätzlich den Prinzipien der evidenzbasierten Medizin verpflichtet fühlt, beobachte ich die aktuelle Entwicklung mit Sorgen und Erstaunen. Wo ­bleiben die kritischen Stimmen? Wo sind die Warnungen angesichts einer globalen Impfaktion, welche der sonst üblichen wissenschaftlichen Evidenz entbehrt?

Die herrschende aufgeheizte Stimmung führt dazu, dass aus Kritikern umgehend Coronaleugner und Impfgegner werden! Ich bin weder ein Leugner noch ein Skeptiker. Wie sollte ich auch, betreue ich doch selber in meiner Hausarztpraxis eine Handvoll junge, bis anhin gesunde Menschen, welche an den Langzeitfolgen einer COVID-Infektion leiden. Ich bin auch kein Impfgegner, alle meine Kinder haben das volle Programm erhalten.

Viele Ärztinnen und Ärzte meldeten sich in diesen Tagen als freiwillige Helfer für Impfzentren, wo in den nächsten Monaten unzählige Dosen einer Impfung in Umlauf gebracht werden, die meines Erachtens ungenügend erforscht ist, deren Zulassung unter grossem Druck vorangetrieben wurde und für deren Langzeitfolgen keinerlei Daten existieren. Trotz rund zehnjähriger Forschung gelangte bis heute kein einziger mRNA-Impfkandidat in die klinischen Phasen. Die Impfung schützt offenbar vor einer COVID-Infektion, aber der Nachweis der sog. sterilen Immunität, d.h. dass Geimpfte das Virus nicht an Dritte weitergeben, wurde bis heute nicht erbracht. Das ist bedenklich, insbesondere dann, wenn Bundespolitiker laut über Einschränkungen für Ungeimpfte nachdenken.

Das Funktionsprinzip der mRNA-Impfung wirft Fragen auf. In Nanopartikel eingepackte Boten-RNA wird in Körperzellen eingebracht, damit diese Zellen Virusproteine herstellen, gegen die dann derselbe Organismus Antikörper bilden soll. Ist es zu suggestiv, wenn man diesen Vorgang als «Autoimmunprozess» bezeichnet?

Im Rahmen eines Nachdiplomkurses über Ethik im Gesundheitswesen habe ich mich eingehend mit der Erforschung pluripotenter embryonaler Stammzellen befasst. All den medizinischen Begehrlichkeiten, die mit der Möglichkeit der Neubildung von geschädigtem Gewebe verknüpft sind, konnte bis heute nicht entsprochen werden. Weil die genetischen Regulationsmechanismen zu wenig ­bekannt sind, fehlen Rezepte zur Wachstumskontrolle der embryonalen Zellen und es entstehen sehr oft bösartige Tumoren anstelle des erhofften Reparaturgewebes.

Wie ist der Wissensstand über die Regulation unseres Immunsystems? Könnte es sein, dass unser Körper über bisher nicht bekannte Mechanismen verfügt, um den oben beschrie­benen «Autoimmunprozess» in irgendeiner Weise zu beeinflussen? Ich weiss es nicht und auch sonst weiss es niemand! Hingegen ist bekannt, dass sehr viel Geld in die Impfforschung investiert wurde und sich wohl noch nie in der Geschichte der Medizinindustrie ein derart gigantischer return on investment abzeichnete wie durch die kommende Impfkampagne.

Skandale (z.B. Contergan, Duogynon etc.) der Pharmaindustrie und die Tatsache, dass Impfstoffhersteller von Beginn weg eine Haftpflicht für allfällige Impfschäden ablehnten, weckt wenig Vertrauen für den Fall, dass die Impfung gesundheitliche Probleme verur­sachen würde. Mammon hat Hochkonjunktur und Transparenz und Verantwortungsbewusstsein waren noch nie seine Merkmale.

Wir alle leiden unter der Pandemie. Die Impfung erscheint als Rettungsanker, aber niemand weiss, ob sich dieser nicht in sandigem Grund festsetzt und uns eine falsche Sicherheit suggeriert.

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