Courrier / Communications

Von Menschen und Muscheln

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2021.19493
Date de publication: 06.01.2021
Bull Med Suisses. 2021;102(0102):21

Prof. em. Dr. med. Max Stäubli, Ebmatingen, Dr. med. Bernhard Gurtner, Wetzikon

Von Menschen und Muscheln

Brief zu: Wolff E. Über das Husten. 
Schweiz Ärzteztg. 2020;101(50):1712.

Was unter Wasser man entlässt,

an Gasen, die hinaus man presst

als Husten oder auch als Furz,

muss laut Physik stets ziemlich kurz

danach zur Oberfläche streben

und drüber sanft und schnell entschweben

in Hallenbads chlorierter Luft,

verbreitend Viren, Staub und Duft,

und was noch sonst aus Gases Blasen

den Badenden umweht die Nasen.

Die Muschel ist sehr viel diskreter,

entlässt nicht Blasen, sondern steter

die Atemgase fein gelöst

mit Schlacken, die ins Wasser stösst

sie laut der Forschenden Befund;

und jene sinken still zum Grund,

wodurch Genossen nicht gepeinigt,

jedoch der Lebensraum gereinigt.

Ist wohl beim Menschen abgeschaltet

die Gengruppierung, die gestaltet,

was Rücksicht sozial bedeutet

und Muscheln lebenslang begleitet?

Wer schwimmend unter Wasser hustet

und seinen Speichel weiterpustet,

der könnte in Coronazeiten

als Hot Spot Viren weit verbreiten.

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