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Courrier / Communications

Hat Swissmedic einen Interessenkonflikt? (avec réplique)

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2020.19210
Date de publication: 23.09.2020
Bull Med Suisses. 2020;101(39):1223

Dr. med. Walter Siegrist, Innere Medizin, Riehen

Lukas Jaggi, Mediensprecher Swissmedic

Hat Swissmedic einen Interessen­konflikt? (avec réplique)

Brief zu: Wullimann E. Neuwahlen der Swissmedic Medicines Expert Committees. Schweiz Ärzteztg. 2020;101(35):1020–4.

Als Internist mit jahrelanger Erfahrung in der Pharmakovigilanz in einem bedeutenden pharmazeutischen Unternehmen bin ich bisher immer davon ausgegangen, dass die Zulassungs- und Aufsichtsbehörden für Arzneimittel und Medizinprodukte ihre Entscheide unabhängig von Finanzströmen treffen. Deshalb irritiert es mich sehr, wenn ich erfahre, dass Swissmedic regelmässig erhebliche Geldsummen von der Bill & Melinda Gates Foun­dation erhält [1, 2]. Dies umso mehr, als Bill Gate­s gleichzeitig als Hauptinvestor im Impfbusiness tätig ist und sich offen in einem Interview mit dem Sender CNBC [3] dazu bekennt, dass er im Impfbusiness einen phänomenalen Return On Investment (ROI) von 20:1 erzielt.

Bin ich in unserer Ärzteschaft und unter den Politikern der Einzige, der hier einen Inter­essenkonflikt sieht?

Réplique à «Hat Swissmedic einen Interessenkonflikt?»

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic unterstützt seit 2015 ressourcenarme Länder südlich der Sahara beim Zugang zu wichtigen Arzneimitteln. Die Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Schweize­rischen Gesundheitsaussenpolitik (GAP) darf nicht aus den ordentlichen Einnahmen (Verfahrensgebühren, Aufsichtsabgaben und Bun­desbeitrag) finanziert werden. Die auf der Swissmedic-Website transparent publizierten Beiträge der Bill & Melinda Gates Foundation werden zweckgebunden für konkrete Projekte eingesetzt. Namentlich führt Swiss­medic Trainings und Schulungen für Zulassungsbehörden aus Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen durch, unterstützt regionale Harmonisierungsinitiativen in Afrika und bietet mit dem MAGHP-Verfahren (Marketing Authorisation for Global Health Products) wissenschaftliche Beratung und Zulassung von globalen Gesundheitsprodukten an (Details siehe www.swissmedic.ch/bmgf). Die Unabhängigkeit des Schweizerischen Heilmittelinstituts und die Erfüllung des gesetz­lichen Auftrags zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier in der Schweiz werden durch diese Entwicklungszusammenarbeit nicht tangiert.

Literatur

1 https://www.swissmedic.ch/swissmedic/de/home/news/mitteilungen/swissmedic_bmgf_zusammenarbeit.html

2 https://www.zeitpunkt.ch/der-groesste-impfstoff-investor-schenkt-der-swissmedic-900000-dollar

3 https://www.cnbc.com/2019/01/23/bill-gates-turns-10-billion-into-200-billion-worth-of-economic-­benefit.html

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