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Courrier / Communications

Eine ernsthafte Diskussion wäre wünschenswert

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2020.18864
Date de publication: 22.04.2020
Bull Med Suisses. 2020;101(1718):579

Dr. Joram Ronel, Chefarzt und Leiter Departement für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinik Barmelweid (AG)

Auch im Namen von Dr. Isabelle Rittmeyer, Präsidentin der Vereinigung psychosomatisch tätiger Chefärztinnen und Chefärzte, und Dr. Alexander Minzer, Präsident der Schweizerischen Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (SAPPM)

Eine ernsthafte Diskussion 
wäre wünschenswert

Brief zu: Hoffmann S. Stationäre psychosomatische Behandlung, eine Scheinlösung? Schweiz Ärzteztg. 2020;101(13):462.

Danke für diesen prätentiösen Leserbrief, ­welcher bedauerlicherweise jeglicher Empirie entbehrt und eher Fragen bzgl. der Motivation des geschätzten Kollegen aufwirft.

Unsere Patienten haben oft jahrelange Kämpfe um die Legitimation ihrer die Funktionsfähigkeit enorm einschränkenden Leiden hinter sich. Patienten mit schwerwiegenden körperlichen Distress-Symptomen sind oft nur im multidisziplinären und multimodalen stationären Rahmen erstmals adäquat, intensiv und erfolgreich zu behandeln. Hierbei ist auch eine enge Vernetzung und poststationäre Zusammenarbeit in der ambulanten Versorgung für eine gelingende Prognose essentiell.

Eine klischeehafte Stigmatisierung psycho­somatischer Patienten ist leider pathognomonisch für Patienten mit diesen Krankheitsbildern. Dies ist aus psychodynamischer Sicht zwar erklärbar, wobei ein Blick z.B. in die aktuellen deutschen S3-Leitlinien zum Thema «Funktionelle Körperbeschwerden» [1] ausgereicht hätte, eine ernsthafte Diskussion zu führen, über bestehende Versorgungslücken nachzudenken und in einen tatsächlichen kollegialen Austausch zu kommen.

1 https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-001l_S3_Funktionelle_Koerperbeschwerden_2018-11.pdf

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