Horizons

Critiques de livres

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2020.18636
Date de publication: 01.04.2020
Bull Med Suisses. 2020;101(14):520-521

Starlight

Richard Wagamese

Genève/Paris: Editions Zoé; 2019

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Roman

Richard Wagamese (1955–2017) est l’un des principaux écrivains autochtones canadiens, de l’Ontario. Appartenant à la nation amérindienne Ojibwé, il a été, en 1991, le premier indigène à gagner un prix de journalisme national. Son livre Medicine Walk a été traduit en français sous le titre Les Etoiles s’éteignent à l’aube. Starlight paraît à titre posthume.

Tout petit, l’auteur vit avec ses parents dans une communauté traditionnelle. Alors qu’il a trois ans, ses parents l’abandonnent. Il est recueilli par l’Aide à l’enfance et placé dans une famille qui lui refuse de maintenir des contacts avec sa Première Nation. «Les blessures dont j’ai alors souffert vont beaucoup plus loin que les cicatrices sur mes fesses», dira-­t-il. Ce n’est qu’à 16 ans, fuguant et abandonnant l’école, qu’il rétablira des liens avec le monde autochtone et à 25 ans qu’il reverra ses parents. Il passe par des épisodes d’alcool, drogue, prison, petits boulots… puis passion littéraire.

Le héros du livre, Starlight, a eu une enfance similaire mais a trouvé un équilibre chez un vieux fermier blanc qui a veillé sur lui – et vient de mourir. Starlight a ainsi pu s’immerger dans la nature, acquérant des compétences du registre autochtone. Il est amené à recueillir une femme et sa petite fille fuyant vicissitudes et violence. Ensemble, les trois font un trajet de guérison (selon un observateur, le livre traite de sylvothérapie, «soins par la forêt»).

Ce livre est magnifique et fascine de par la ­description des scènes de vie dans la nature: lumières, odeurs, ambiances et surtout la proximité avec les loups et cerfs, reflet probable d’expériences vécues. Substantiel, solaire et exemplaire dans les mouvements actu­els de retour – au sens large – vers le spirituel.

Dr méd. Jean Martin,

membre de la rédaction

jeanmartin280[at]gmail.com

Tanzen. Glücklich mit Tango, Salsa und Co

Gunter Kreutz

Giessen: Psychosozial-Verlag; 2019

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Sachbuch

Ein Buch über die gesundheitsförderlichen ­Eigenschaften des Tanzens? In Pandemie­zeiten kann ein solcher Literaturhinweis zunächst einmal als kleiner Ausblick auf eine Zukunft herhalten, in der die körperliche Nähe wieder als etwas Positives gilt und «Social Distancing» zumindest zwischenzeitlich ad acta gelegt ist.

In der Hauptsache präsentiert der Autor, ein tanzbegeisterter Musikwissenschaftler, das Tanzen als eine Art Wunderdroge. Kapitel um Kapitel referiert er – durchaus abwägend – Studien über die psychosozialen und medizinischen Wirkungen des Tanzens: Zum Stress­abbau, zur Förderung der Kinästhetik und Achtsamkeit, als Ersatz des Fitnesstrainings, zur Vorsorge und Begleittherapie etwa bei Alterskrankheiten wie Demenz oder Parkinson, als psychotherapeutische Strategie etwa bei Depressionen oder zur Therapie von Gelähmten kann das Tanzen eingesetzt werden. Das ist auch als Wink an die prak­tische Medizin gedacht, erscheint dem Autor doch «der Gedanke vom Tanzen auf Rezept durchaus sympathisch».

Tanzen, das ist für ihn alles vom Volkstanz über Breakdance bis zum Salsa. Letzten Endes geht es dann aber doch meist um klas­sischen Paartanz. Und schliesslich, wer hätte es gedacht, kommt bei alledem sein Lieblingstanz, der Tango Argentino, am weitaus besten weg.

Die ausgreifende Argumentation endet mit Anregungen, wie man selber zum Tanzaktivisten werden kann, und dem Ratschlag: «Wenn Sie sich gesundheitlich – seelisch oder körperlich – angeschlagen fühlen, aber noch mobil sind, gehen Sie tanzen!»

Der Autor dieses Buchhinweises geht als erklärter Tanzmuffel dann aber lieber schwimmen.

Prof. Dr. rer. soc. Eberhard Wolff, ­Redaktionsmitglied

eberhard.wolff[at]bluewin.ch

Die Galle auf Zimmer 7. Welche Medizin wollen wir?

Jochen Vollmann

Berlin: Klaus Wagenbach; 2019

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Sachbuch

Die moderne Medizin wird vor immer komplexere Herausforderungen gestellt: Wir ­müssen heute über Dinge entscheiden, die vor 20 Jahren technisch noch nicht möglich waren; der ökonomische Druck steigt; unterschiedliche Interessen konkurrieren miteinander.

Der Medizinethiker und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Jochen Vollmann hat ein Buch vorgelegt, das viele umstrittene Themen anspricht (Zwangsbehandlung, Ratio­na­lisierung, Fortpflanzungsmedizin, Lebensende, Suizidbeihilfe …) und aufzeigt, welche Werte auf dem Spiel stehen.

Man wünscht dem Buch eine breite Leserschaft, die bereit ist, sich auf originelle, manchmal überraschende, immer authentische Standpunkte einzulassen. Vollmann unterzieht alle Positionen einer kritischen, unabhängigen Prüfung und stellt seine eigene ­Position zur Verfügung, damit die Lesenden sich ihre eigene Meinung bilden und allenfalls korrigieren können. Das Buch ist aus dem deutschen Kontext heraus geschrieben, aber für die Schweiz durchaus relevant – die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen werden transparent gemacht.

Der Untertitel des Buches stellt eine Frage, die die Medizin, aber auch die Gesellschaft als ganze, beantworten muss: «Welche Medizin wollen wir?» Einfache Lösungen gibt es nicht. Aber die Methode ist für Vollmann klar: transparente Analyse, öffentliche Debatte, Multiperspektivität.

Hubert Kössler, Prof. Dr. phil. Rouven Porz,

Medizinethik, Insel Gruppe Bern

hubert.koessler[at]insel.ch

Schmerzstörungen

Martin von Wachter, Bernd Kappis

Weinheim: Beltz; 2019

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Sachbuch

Das Autorenteam um Dr. med. Martin von Wachter hat mit Schmerzstörungen eine umfangreiche Sammlung von multimodalen therapeutischen Hilfen für die Schmerztherapie zusammengestellt. Das Buch eignet sich für psychologische und ärztliche (Schmerz-)Therapeuten ebenso wie für Physiotherapeuten, Pflegepersonen oder andere Professionen in der Schmerztherapie.

110 verschiedene Arbeits- und Informationsblätter decken das weite Spektrum ab, in dem die Therapie chronischer Schmerzen stattfindet. Die Arbeitsblätter sind gut aufgearbeitet, praxisgerecht umgesetzt und werden verständlich erklärt.

Das Buch will kein Lehrbuch sein, sondern eine praxisrelevante Materialsammlung. Es ist in 15 Kapitel gegliedert und beginnt mit Einflussfaktoren auf das Schmerzerleben. Behandelt wird die Rolle der Aufmerksamkeit, des Stresses, des Krankheitsverhaltens (Bewegung, Schonung) und der Einfluss von Kognitionen und Emotionen.

Den Autoren ist es gelungen, praxisrelevante Tools für die Schmerztherapie zusammen­zu­stellen und dabei offenzubleiben für Anregungen aus allen Therapieschulen. Gemeinsam sind allen Materialien die bio-psycho-soziale Grundlage und die Ressourcenorientierung.

PD Dr. med. Niklaus Egloff,

Inselspital Bern

niklaus.egloff[at]insel.ch

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