Courrier / Communications

Plastikhülle beim SÄZ-Versand – muss das sein? (mit Replik)

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2019.18413
Date de publication: 27.11.2019
Bull Med Suisses. 2019;100(48):1618

Bernhard Weidmann, Büren an der Aare

Plastikhülle beim SÄZ-Versand – muss das sein?

Überall, sei es beim Grossverteiler mit Biolebensmitteln, sei es bei der Abgabe von Plastiksäcken in allerlei Läden, steht wegen des Klimaschutzes und des anfallenden Plastikmülls mit Ablage in Meeren die Plastikhülle unter Kritik. Das ist eigentlich gut so. Doch jeden Donnerstag öffne ich mit Krallenfingern die SÄZ, das separate Swiss Medical Forum und das BAG-Bulletin … mit … je … einer Plastikfolie als Hülle und sage mir dann: «Muss das wirklich sein?» Der Inhalt dieser Zeitschriften ist ja nicht geheim oder dermassen interessant, dass die Literatur einer solch isolierenden Plastikhülle bedarf, und es kommt selten vor, dass wir an der Post Regentropfen konstatieren. Weshalb genügen nicht ein einfacher Papier-Kleber für Adresse und ein schmales Klebeband über die Seitenkanten, damit das Blatt nicht aufflattert? Dann hätte ich nicht Woche für Woche den Kehrichteimer mit Nebenprodukten unserer Medizinal-Literatur beladen (10–15 g auf der Briefwaage … und danach in der Luft). Es würde mich freuen, wenn die SÄZ die Versandmodalitäten gemeinsam mit Druckerei und Versand überdenken würde.

Replik zu: «Plastikhülle beim SÄZ-Versand»

Wir nutzen die Plastikhüllen auch ungern. Aber sie sind für uns momentan ein notwendiges Übel. Denn einerseits verlangt die Post, dass Drucksachen grösser als A5 so verpackt werden, dass alle Seiten verschlossen sind – als Voraussetzung für eine maschinelle Ver­arbeitung. Ausserdem versenden wir die SÄZ mehrheitlich in Kombination mit anderen Zeitschriften und zum Teil sogar mit Beilagen. Folien schützen den Inhalt zudem vor Nässe und Schmutz. Und sie lassen sich rückstandslos verbrennen, wenn sie mit dem Hauskehricht entsorgt werden.

Die einzige Alternative zur Folie wäre ein Umschlag. Wie Untersuchungen der EMPA zeigen, haben Kunststofffolien jedoch eine rund 20 Prozent bessere Ökobilanz als der Versand in Couverts. Auch der WWF untersuchte für den Versand seiner Produkte verschiedene Methoden und kommt zum Schluss: «Die Magazinverpackung aus HDPE-Folie schneidet aus ökologischer Sicht signifikant besser ab als die Verpackung aus Biofolie und als das Couvert aus Recyclingpapier» [1].

Selbstverständlich behalten wir zusammen mit unseren Partnern in der Produktion und im Versand die Entwicklungen in diesem Bereich im Auge und prüfen Alternativen. Eine Umstellung wäre für uns aber nur sinnvoll, wenn die Ökobilanz der neuen Lösung besser ist, die Eigenschaften gleich und die Kosten vergleichbar sind.

Sandra Ziegler, 
Vorsitzende der Geschäftsleitung

Schweizerischer Ärzteverlag EMH

1 Ökobilanz-Vergleich von Verpackungen für das WWF-Magazin, August 2013.

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