Courrier / Communications

Organspende stört Sterbeprozess

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2019.17933
Date de publication: 29.05.2019
Bull Med Suisses. 2019;100(22):765

Dr. med. Alexander Erlach, Winterthur

Organspende stört Sterbeprozess

Brief zu: Frei A, Aemissegger U, Beerli A, Sicher M, Stoffel G. Organspende am Lebensende. Schweiz Ärzteztg. 2019;100(14):508–10.

Vielleicht braucht es ja nicht gleich wie gefordert ein Totalverbot für Organtransplantationen, aber zumindest eine breite gesellschaftliche Diskussion zum Thema Organspende und was wir da eigentlich tun ist dringend nötig. Die willkürliche Definition des Todeszeitpunkts mit dem sog. Hirntod dient zwar der Transplantationsmedizin, widerspricht aber ebenso dem Wissen über den Sterbeprozess vieler spiritueller Traditionen wie der modernen Forschung zu Nahtoderfahrungen. Der Übergang unserer Seele aus dem physischen Körper in die geistige Welt ist ein subtiler Vorgang und sollte nicht gestört werden. Wenn ich dereinst meine Lebensaufgabe hier auf Erden erfüllt habe und diesen physischen Körper verlassen werde, möchte ich dies ungestört tun. Ich glaube, die Transplantationsmedizin wird sich als eine Sackgasse der modernen ­Medizin erweisen, welche nicht alles, was möglich ist, auch tun muss. Ein Wechsel von der heute geltenden Regelung hin zur Widerspruchslösung, wie von Swisstransplant an­gestrebt, gilt es unter allen Umständen zu verhindern. Nur wer nach reiflicher Überlegung sich doch entscheidet, seine Organe spenden zu wollen, soll dies tun dürfen, keinesfalls aber soll dies der Regelfall werden für alle, die sich nie damit auseinandergesetzt haben und sich zu Lebzeiten keine eigene Meinung gebildet haben.

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