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Horizons

Psychatrische

DOI: https://doi.org/10.4414/bms.2017.05279
Date de publication: 08.02.2017
Bull Med Suisses. 2017;98(06):200

Enrico Danieli

Dr. med., Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Mitglied FMH

Nein, da gibt es nichts zu fragen. Die Hinweise sind eindeutig. Links, dem Pfeil entsprechend, der Weg zur Klinik, und hier, an diesem Ort, gibt es die Behinderten-Parkplätze. Nur eine Sekunde lang die verquere Vorstellung, dass die Parkplätze selbst behindert sind. Doch wie hätten diese auszusehen? Etwas Verschobenes, könnte man sich vorstellen, gäbe es zu suchen. Natürlich handelt es sich um Parkplätze für Behinderte, Rollstuhlabhängige, Gehbehinderte, körperlich Versehrte, für Besucher. Da gibt es nichts zu hinterfragen. Und dann der letzte Gedanke, der durchbricht und, ehrlich gesagt, der erste ist. Sind wir gemeint, wir von drinnen? Nein, nein, das ist absurd. Ganz abgesehen davon, dass Fahrzeuge uns nicht zur Verfügung stehen, werden wir doch lange Wochen hier im Innern aufbewahrt. Oder doch? Die Behinderten-Parkplätze meinen uns! Wir sind hier doch die Besucher oder die Gäste. Wir sind gemeint, wir mit unseren seelisch-­geistigen Unebenheiten. Für die draussen sind wir die Behinderten, alle hier im Innern sind Behinderte. Ein Gedanke, der uns seltsamerweise schwerfällt, fühlen wir uns nicht so, wünschen wir, nicht als Behinderte zu gelten, hat, unserer Meinung nach, die Seele nur ­wenig mit dem (sichtbaren) Körper zu tun. Eine Behinderung müsste man doch sehen! Wir wollen das sein, was wir fühlen, und nicht das, was andere in uns sehen. Also: Diese Parkplätze würden wir nie benutzen. Sofern wir denn jemals per Auto usw. …

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